In vielen Studios
werden Tae Bo®-Kurse von self-made Instruktoren
angeboten, die über mangelnde oder keine fachliche Qualifikation
verfügen. Es kommt vor, dass "der heißeste Trend des Jahres" als
Thai Bo verkauft wird. Die Liste der Plagiatsbezeichnungen ist lang. So
signalisieren Bezeichnungen wie Fit Bo, T-Bo, Thai Bo, Taek-Bo, u.v.m.
deutlich, dass sie auch von der durch Tae Bo®
hervorgerufenen Begeisterung abschöpfen wollen. Noch verheerender
ist allerdings die Tatsache, dass in vielen Studios Tae Bo®-Kurse
von self-made-Instruktoren angeboten werden, die über mangelnde Qualifikationen
verfügen. Bewegungen aus dem Kampfsport bergen ein nicht unerhebliches
Verletzungsrisiko in sich, wenn sie nicht durch einen qualifizierten Übungsleiter
gelehrt werden.
Ist überall wo Tae Bo® draufsteht
auch tatsächlich Tae Bo® drin?
Nach der Erteilung der Exklusivrechte für die Ausbildung zum TAE
BO®Instruktor an die IFAA (10. Mai 2001),
steht eine maßgebliche Beantwortung dieser Frage durch die genannte
Institution noch aus. Wir können derzeit ledglich über die
Basics des Tae Bos® informieren:
Der Unterricht in Tae Bo® beginnt üblicherweise
mit einem Aufwärmteil mit dem Ziel der allgemeinen Erwärmung
des Körpers zur Vorbereitung auf die Belastung. Im darauffolgenden
Hauptteil wird versucht, ein effektives aerobikähnliches Herz-Kreislauftraining
aus Kampfsportelementen zu komponieren, dass neben der Ausdauer zusätzlich
die Beweglichkeit sowie verschiedene koordinative Fähigkeiten beansprucht.
Wie in der klassischen Aerobik werden diese Bewegungen im Takt der Musik
mit hohen Wiederholungszahlen und teilweise mit hohem Tempo ausgeführt.
Abgerundet wird die Trainingseinheit von einem Stundenausklang, der
in den meisten Fällen Dehnübungen oder Atem- und Entspannungsübungen
umfasst.
Die Besonderheit von Tae Bo® liegt
demnach weniger in der Grundidee oder in der Struktur der Übungseinheit
als vielmehr in der Besonderheit der Bewegungen, die zu Grunde gelegt
werden. Wer diese Bewegungen näher betrachtet, erkennt eine deutliche
Ähnlichkeit zu Sportarten wie Boxen, Kickboxen oder Taekwon-Do.
Die korrekte Ausführung von Cross Punch, Knees Up, Side Kick und
allen anderen Angriffstechniken dieser Sportarten stellt eine hohe Anforderung
an Beweglichkeit, Ausdauer, Koordination und Schnelligkeit.
Kicks und Punches sind die Zauberwörter beim Tae Bo®.
Dahinter verbergen sich - vereinfacht gesagt - Fußtritte und Boxhiebe.
Punches
Die Grundstellung:
Stellen Sie sich aufrecht hin - die Beine etwas mehr als hüftbreit
auseinander - und drehen Sie die Fußspitzen leicht nach außen.
Die Beine sind gebeugt, die Arme angewinkelt und die Ellbogen nahe am
Körper. Nun nehmen Sie die Fäuste vors Gesicht, wobei die
Daumen zum Kinn zeigen.Cross Punch: Der rechte Arm führt einen
Punch nach links aus (den Ellbogen dabei nicht durchdrücken!) Gleichzeitig
die rechte Ferse anheben und den Fuß auf dem Ballen nach links
drehen. Oberkörper und Hüfte drehen ebenfalls nach links.
Anschließend zurück in die Grundstellung.
Uppercut
Punch: Der rechte Arm macht einen Kinnhaken nach links. Gleichzeitig
die rechte Ferse anheben, den Fuß auf dem Ballen nach links drehen.
Oberkörper und Hüfte olgen ebenfalls nach links. Der rechte
Arm bleibt angewinkelt, die Faust schlägt nach oben in Richtung
Kinn eines imaginären Gegners.Zurück in die Grundstellung.
Die Kicks
Die Grundstellung: Füße hüftbreit auseinander, die
Fußspitzen zeigen nach vorne, die Knie sind leicht gebeugt.
Knees up:
Die Schultern befinden sich in einer Linie über der Hüfte.
Die Arme sind angewinkelt, die Ellbogen nahe am Körper, die Hände
vor dem Gesicht. Verlagern Sie das Körpergewicht auf das linke
Bein und ziehen das rechte Knie hoch. Danach zurück in die Grundstellung.
Front Kick:
Verlagern Sie das Körpergewicht auf das linke Bein, beide Knie
sind leicht gebeugt. Jetzt die rechte Fußspitze vorne aufsetzen
und das rechte Knie auf Hüfthöhe hochziehen. Die Fußspitze
zeigt zum Boden, die Hüfte bleibt gerade. Das rechte Bein tritt
nach vorne, den Oberkörper dabei leicht nach hinten beugen. Das
Bein wieder anwinkeln, das Knie ist in Hüfthöhe, die Fußspitze
zeigt zum Boden. Rechte Fußspitze vorne aufsetzen.Back Kick: Den
Oberkörper nach vorne beugen. Die Arme sind angewinkelt, die Fäuste
vor dem Gesicht.Das Körpergewicht auf das linke Bein verlagern,
die rechte Ferse tritt kraftvoll nach hinten.
Side Kick:
Körpergewicht auf das linke Bein verlagern, linke Fußspitze
leicht nach außen drehen - linkes Knie beugen. Der rechte Fuß
berührt den Boden mit der Fußspitze.Die rechte Hüfte
schiebt nach oben. Die Fäuste sind wieder vor dem Gesicht. Das
rechte Knie zieht vor dem Körper nach oben auf die Höhe des
Bauchnabels, die rechte Hüfte bleibt nach oben geschoben. Knie
und Schienbein zeigen nach vorne. Das rechte Bein zur Seite ausstrecken,
dabei fest mit der Ferse wegtreten, die rechte Hüfte zeigt nach
vorne. Knie wieder anwinkeln, dann die rechte Fußspitze wieder
am Boden aufsetzen.
Ganz wichtig bei allen Übungen: Achten Sie auf Ihre Körperspannung
- insbesondere die Ihres Bauches!